Geschichte des Pokerspiels

Der Vorgänger des heutigen Pokers

„As Nas“ – Ein möglicher Vorgänger des heutigen Pokerspiels?

Das Spiel As Nas wurde seit dem siebzehnten Jahrhundert in Persien gespielt. Hierbei gab es eine Variante mit runden Karten und eine Variante mit eckigen Karten. Die As Nas Spielkarten waren noch anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts in Persien weit verbreitet. Dann wurde aber in den 1930er Jahren ein Monopol für die Herstellung von Spielkarten in Persien eingerichtet. Als Hersteller wurde eine britische Firma beauftragt, die zwar Spielkarten mit persischen Bildern darstellte, aber dabei die Farben des französischen Blattes verwendete. Dadurch wurde das französische Blatt in Persien auch bekannt und begann langsam aber sicher die As Nas Karten zu verdrängen. Heute geht man davon aus, dass diese Karten höchsten noch in ländlichen Gegenden im Iran gespielt werden.

Schauen wir uns einmal die Karten an. Eine gewisse Ähnlichkeit zum Poker dürfte eigentlich sofort in die Augen springen.

As: Die Karte mit dem höchsten Wert. Für diese Karte gab es unterschiedliche Darstellungen. Normalerweise waren darauf majestätische Bestien wie Löwen oder Geparden zu sehen, manchmal auch im Kampf untereinander oder mit einem Drachen verstrickt.

Shah (dieser gleicht natürlich dem König im heutigen Poker): Der Shah wurde auf einem Thron oder auf einem Pferd dargestellt.

„Bibi“, die Dame: Die Dame wurde auch sitzend dargestellt, manchmal auch mit einem Kind auf dem Schoß oder im Arm.

„Serbaz“, der Soldat: Von der Wertigkeit her gleicht er dem heutigen Buben.

„Couli“: Dies war die niedrigste Karte im As Nas. Sie wurde durch eine Tänzerin, mehrere Tänzer oder Musikanten dargestellt.

Der in persischen Fragen sehr bewanderte Deutsche Albert Houtum-Schindler, der auch viele Jahre in Persien arbeitete, beschrieb das Spiel als von den Regeln her mit dem Poker identisch, bloß mit dem Unterschied, dass es keinen Flush und auch keine Folgen gäbe.

Die Abwesenheit des Flush ist schnell erklärt, denn es gab keine unterschiedlichen Farben beim As Nas. Jede Karte gab es vier- oder auch fünfmal in einem Set, sie waren aber unter sich identisch.
Interessant ist, dass die Karte mit dem höchsten Wert die Bezeichnung As hatte, ähnlich wie heute auch beim Poker. Ist das nur ein Zufall oder besteht doch ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Spielen? Das scheint momentan noch nicht ganz geklärt zu sein.

Gespielt wurde auch nach dem selben Kombinationsprinzip, allerdings ist es strittig, ob das As Nas wirklich das westliche Pokerspiel beeinflusst hat. Es könnte auch sein, dass die ähnlichen Spielregeln unabhängig voneinander entstanden sind, da es bei Spielkarten ja nur eine begrenzte Anzahl von Kombinationsmöglichkeiten gibt. Die Regeln also nach Vierlingen, Full House, Drillingen etc. zu gestalten, liegt eigentlich so ziemlich auf der Hand.

Auch beim As Nas wurden Wetten abgeschlossen und das auch nach typischem Pokerprinzip von Mitgehen, Erhöhen oder Aussteigen. Am Ende wurden die Karten dann offengelegt und der Gewinner durfte die Münzen einstreichen.